Hinter dem Bücherregal #1 – Am Anfang das Wort

Ein neues Buch – man schlägt die erste Seite auf, riecht und fühlt die Seiten, liest den ersten Satz und ist im besten Fall sofort gefesselt. Doch vor dem ersten Wort im Buch steht die Idee des Autors. Die Frage bleibt nur: Wie kommen die Autoren auf ihre Ideen? Tja, ich habe versucht, dieser Frage auf den Grund zu gehen und habe dafür vier Autoren zu ihren Erfahrungen damit befragt. Ich war selber total gespannt auf die Antworten, da sich die Autoren auch in unterschiedlichen Genre bewegen. Für mich war das wichtig, um einfach zu sehen, ob das vielleicht auch einen kleinen Unterschied macht 🙂 HdB

Und unterschiedlich waren die Antworten auf jeden Fall 😉 dennoch hatten alle eins Gemeinsam: die Freude an der Kreativität. So fing das Schreiben beim Kinderbuchautor Horst Schultze beispielsweise mit dem Zusammenleben seines Neffen an. Für ihn dachte er sich Geschichten aus, fand daran Spaß und schreib so seine Bücher. Die Fantasyautorin Jordan bay hingegen hat ein , wie sie selber sagt „neues Ventil für kreative Ausbrüche gesucht“ und dies im Schreiben gefunden. Aber auch der Wunsch danach, einfach zu schreiben und dann sein eigenes Werk in den Händen zu halten, war dabei, wie bei Krimiautorin Nora Miedler und Krimi- und Fantasyautorin Pamela Gelfert. (Und mal unter uns, welche Leseratte hatte diesen Wunsch noch nicht 😉 )

Die Frage, die ich mir dabei immer wieder Stelle, ist, wie kommen diese Menschen dabei auf die Ideen für ihre Bücher? Ich glaube diese Antwort trifft es doch sehr gut:

Ein einziges Bild kann schon für einen ganzen Roman ausreichen. Man sieht etwas und wie ein Samen geht eine Idee dadurch in einem auf und nimmt immer mehr Gestalt an; man erstellt um das Bild eine Welt, eine Geschichte etc. und ehe man sich versieht, wurde eine neue Geschichte geboren.

Diese Antwort gab mir Pamela Gelfert und irgendwie fand ich es passend. Viele Autoren beziehen Situationen des täglichen Lebens mit in ihre Geschichten, seien es persönliche Erlebnisse, Gefühle oder auch Gespräche, die sie in der Öffentlichkeit erlebt haben. Sicherlich ergeben sich auch neue Ideen aus dem Schreibprozess selber heraus, aber ich denke, der Alltag eines jeden Menschen ist Anreiz genug, um Gedanken schweifen und neue Welten entstehen zu lassen.

So in Gedanken, wie die Geschichten für Bücher entstehen, habe ich mich gefragt: „Wie sieht der Schreibplatz eines Autors eigentlich aus?“
Großer Schreibtisch, mitten im Grünen, ein gemütlicher Stuhl zum darin lümmeln, mit Elfen um den Tisch, die Kaffe und Schokolade bringen, ein wenig Musik spielen…
Okay, mal im Ernst. So hab ich es mir ehrlich gesagt vorgestellt – die Realität sieht ganz unspektakulär aus – Schreibtisch, Laptop, fertig. Der ein oder andere braucht unbedingt Musik zum schreiben, manche nur um in die passende Stimmung der aktuellen Szene zu kommen. Hin und wieder Kaffe oder Tee kann nicht schaden, wird wohl aber eher von den Autoren selbst gemacht, den Ruhe ist glaube ich das Wichtigste, was sie im Schreibprozess brauchen 😉

Der Anfang ist gemacht, die Idee steht. Wie geht es nun weiter? Planung des Plot – sprich also dem roten Faden der Geschichte – und erstellen des Lebenslaufes der Charaktere? Auch hier gehen die Meinungen eher auseinander. Der eine plant, der andere nicht. Grundlegende Dinge, wie Aussehen, grobe Charakterzüge oder auch wichtige Stationen im Leben der Charaktere sind den Autoren immer bekannt. Was mich immer wieder fasziniert ist die Aussage, dass die Helden der Geschichten immer wieder ihr Eigenleben entwickeln und sogar die Federführer überraschen. Ebenso verhält es sich natürlich auch mit der Handlung. Man weiß, wo man hinwill, aber nur ein kleiner Ausrutscher eines Charakters und schon ist der Plan über den Haufen geworfen. So könnte man sagen, der Autor hat zwar die Idee zum Buch, aber die Charaktere bestimmen den Ausgang immer noch selber 😉

Doch Autor sein bedeutet nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit. Nicht nur, dass die lieben Charaktere in Schach gehalten werden müssen, nein, Recherche spielt auch eine wichtige Rolle. Schauplätze müssen genaustens beschrieben werden, Eckdaten der Geschichte sollten nicht durcheinander gebracht werden, ja selbst die Regeln der Physik sollten, zumindest meistens, beachtet werden. Des Autor liebstes Recherchewerkzeug? Natürlich das immer und überall verfügbare Internet 😉 So wird aus einem gemütlichen Schreibabend ab und zu vielleicht doch mal eine verzweifelte Suchnacht am Laptop 😉

Meine letzte Frage war, was man sonst noch über den Schreibprozess wissen sollte und ganz ehrlich, auf diese Antworten hab ich mich am meisten gefreut, weswegen ich mich hier einfach zurücklehne und Zitate für sich sprechen lasse:

Nora Miedler:
Dass es eine lange Reise werden wird, die nicht immer schön ist. Dass es SEHR befriedigend ist, wenn am Ende eines Schreibtages (oder einer Schreibnacht) ein paar Seiten neuen Text hat, mit denen man zufrieden ist. Dass es Tage geben wird, an denen gar nicht weitergeht und dafür Tage, an denen man  plötzlich so viel schafft wie noch nie. Dass man – sobald das gute Ding von einem Verlag angenommen wurde – damit leben muss, dass der Lektor/ die Lektorin gewisse Dinge anders sieht und am Schluss manchmal kein Stein mehr auf dem anderen sitzt.

Jordan Bay:
Ganz am Anfang steht die Idee. Jeder muss für sich die richtige Herangehensweise finden – erst alles planen oder einfach drauf los schreiben. Ich denke, es gibt kein Gut oder Schlecht. Es muss sich für euch einfach richtig anfühlen.

Pamela Gelfert:
Der Beginn ist immer das Aufregendste. Man kann das erste Mal etwas mit den Charakteren erleben, man kennt sie noch nicht so richtig, baut erst eine Bindung zu ihnen auf. Eine neue Geschichte anfangen, fällt mir leicht, dranbleiben hingegen nicht immer, weil man zwischendurch auch für andere Projekte vor Begeisterung glüht.

Horst Schultze:
Gute Frage!!! Kann ich nicht viel zu sagen. Eigentlich nur, daß man wissen muß, was man will.

Und hier geht es zu den Websites der Autoren:

Nora Miedler – aktuelles Buch „Funkentanz“ – Rezensionen von mir zu Aschenpummel und Schatzsuche.
Jordan Bay – die „Chroniken der Akkadier“ sind aktuell leider nicht verfügbar, werden aber von mir bei Neuerscheinung noch rezensiert 🙂
Pamela Gelfert –  aktuelles Buch „Im Schatten der Rache“ – „Sklavin des Schicksals“ Band 1, Band 2, Band 3
Horst Schultze„Schlaf schön – Geschichten von Johannes“ – Neue Ferienabenteuer mit Johannes“ – „Eine steinharte Geschichte“ – „Die Macht der Wünsche“

Wie immer interessiert mich auch hier eure Meinung, also bitte hinterlasst einen Kommentar 🙂

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